Kategorie: Fantasie

Zwey schöne Neue Mährlein – Justus Zachariae

Ich muß Ihnen noch mit zwey Worten sagen, wie die poetische Kleinigkeit entstanden ist, die ich Ihnen hiebey übersende. Ich speiste in voriger Leipziger Michaelmesse mit der liebenswürdgen Madam R** bey Herrn Wölpling, als einer von der niedrigem Klasse der litterarischen Handlanger, der seinen ganzen Buchladen in einem Korbe herumträgt, uns verschiednes von seiner gelehrten […]

Volksmärchen der Deutschen – Johann Musäus

Wir Schriftsteller pflegen sonst die Vorreden unsrer Lukubrationen gewöhnlich an den geneigten Leser, oder ans ganze erlauchte Publikum zu adressieren; ich entsage dieser Gewohnheit aus guten Gründen. Zu bescheiden, mir herauszunehmen, das Auge der Leser in den rechten Sehpunkt zu rücken, oder wie viele tun, mit Lorgnette und Brille ihnen entgegen zu laufen; denn das […]

Velleda – Ein Zauberroman – Benedikte Naubert

Ein alter König der Icanier hatte neun Töchter, und dieser König war vielleicht einer von den Weisesten, aber keinesweges von den Mächtigsten, die jemals Kronen getragen haben. Euch wird bekannt seyn, meine Leser, das zu den Zeiten, da die Römer Brittannien zu erst besuchten, dieses Land von einer Menge kleiner Prinzen beherrscht wurde, und die […]

Vathek – John Beckford

Dieses Buch schrieb um das Jahr 1781 der damals zwanzigjährige John Beckford »hintereinander und auf französisch in drei Tagen und zwei Nächten intensivster Arbeit – ich habe die ganze Zeit die Kleider nicht vom Leib getan und wurde schwer krank davon«. Das Manuskript wurde ohne Wissen Beckfords ins Englische übersetzt und erschien als Buch 1784. […]

Undine – Friedrich de la Motte Fouqué

E Wie der Ritter zu dem Fischer kam s mögen nun wohl schon viele hundert Jahre her sein, da gab es einmal einen alten guten Fischer, der saß eines schönen Abends vor der Tür und flickte seine Netze. Er wohnte aber in einer überaus anmutigen Gegend. Der grüne Boden, worauf seine Hütte gebaut war, streckte […]

Undine – Friedrich de la Motte Fouque

E Wie der Ritter zu dem Fischer kam s mögen nun wohl schon viele hundert Jahre her sein, da gab es einmal einen alten guten Fischer, der saß eines schönen Abends vor der Tür und flickte seine Netze. Er wohnte aber in einer überaus anmutigen Gegend. Der grüne Boden, worauf seine Hütte gebaut war, streckte […]

Träumereien an französischen Kaminen – Richard von Volkmann

Vor langen, langen Jahren lebte einmal ein sehr geschickter junger Orgelbauer, der hatte schon viele Orgeln gebaut, und die letzte war immer wieder besser als die vorhergehende. Zuletzt machte er eine Orgel, die war so künstlich, daß sie von selbst zu spielen anfing, wenn ein Brautpaar in die Kirche trat, an dem Gott sein Wohlgefallen […]

Tiergeschichten – Manfred Kyber

Es war eine Wüste, und in der Wüste war ein Fluß, und in dem Fluß war ein Krokodil. Es tut mir leid, es zu sagen, aber Krokodile sind nicht beliebt. Nein. Das kommt nicht etwa daher, weil ihre Toilette meist schlammig und salopp ist oder weil sie unleugbar einen etwas unsympathischen Zug um den Mund […]

Tausend und ein Gespenst V – Alexandre Dumas

Am 4. December 1846, als mein Schiff seit dem Tage zuvor in der Bai von Tunis vor Anker lag, erwachte ich gegen fünf Uhr Morgens mit dem Eindrucke jener unendlichen Schwermuth, welche für einen ganzen Tag das Auge feucht und die Brust beklommen macht. Dieser Eindruck rührte von einem Traume her. Ich sprang aus meinem […]

Tausend und ein Gespenst IV – Alexandre Dumas

Wenn man von der Straße Cherche-Midi nach der Straße Notre-Dame-des-Champs geht, so findet man zur Linien, einem Brunnen gegenüber, der die Ecke der Straße du Regard und der Straße Vaugirard bildet, ein kleines Haus, das in den Munizipalregistern der Stadt Paris unter No. 84 eingeschrieben ist. Und jetzt, bevor wir weiter gehen, ein Geständniß, das […]

Tausend und ein Gespenst III – Alexandre Dumas

Nachdem Vater Olifus, wie am Schluß des vorigen Kapitels erwähnt, ein Glas Rum ausgetrunken, fuhr er in seiner Erzählung fort: Während der acht Tage, welche ich nach meiner Verheirathung in Negombo zuzubringen gezwungen gewesen war, bin ich sehr geplagt worden. Wenn die Chingulesen bös auf Jemand sind, so haben sie zuweilen seltsame Manieren, sich an […]

Tausend und ein Gespenst II – Alexandre Dumas

Im Jahre 1840 reisete ich zum dritten oder vierten Male nach Italien, und mein lieber Freund Dennién, Inspector der Musterungen, hatte mich beauftragt, der Madame Rossini einen Spitzenschleier zu überbringen, welche mit dem berühmten Componisten, ihrem Gatten, dem der Graf Ory und Wilhelm Tell das Französische Bürgerrecht erworben haben, Bologna bewohnte. Ich weiß nicht, ob […]

Tausend und ein Gespenst I – Alexandre Dumas

Sie haben mir oft in diesen so selten gewordenen Abendgesellschaften, in welchen Jedermann nach seinem Gefallen plaudert, indem er entweder den Traum seines Herzens erzählt, oder der Laune seines Geistes folgt, oder den Schatz seiner Erinnerungen verschwendet, gesagt, daß ich seit Scheherazads und nach Nodier einer der unterhaltendsten Erzähler wäre, den Sie gehört hätten. Da […]

Tausend und ein Gespenst – Alexandre Dumas

Sie haben mir oft in diesen so selten gewordenen Abendgesellschaften, in welchen Jedermann nach seinem Gefallen plaudert, indem er entweder den Traum seines Herzens erzählt, oder der Laune seines Geistes folgt, oder den Schatz seiner Erinnerungen verschwendet, gesagt, daß ich seit Scheherazads und nach Nodier einer der unterhaltendsten Erzähler wäre, den Sie gehört hätten. Da […]

Sintram – Friedrich Fouque

In Drontheim auf der hohen Burg saßen viel Nordlands-Ritter versammelt, und hatten Rath gehalten über des Reiches Wohl, und zechten nun bis in die Mitternacht hinein fröhlich mit einander, in dem hallenden, gewölbten Saale, um den runden, riesenhaften Steintisch her. Der erwachende Sturm trieb so eben ein wildes Schneegestöber gegen die klirrenden Fenster, alle Thüren […]

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