Kategorie: Philosophie

Zur kritik der politischen Ökonomie – Karl Marx

a) Der vorliegende Gegenstand zunächst die materielle Produktion. In Gesellschaft produzierende Individuen – daher gesellschaftlich bestimmte Produktion der Individuen ist natürlich der Ausgangspunkt. Der einzelne und vereinzelte Jäger und Fischer, womit Smith und Ricardo beginnen, gehört zu den phantasielosen Einbildungen der 18.-JahrhundertRobinsonaden, die keineswegs, wie Kulturhistoriker sich einbilden, bloß einen Rückschlag gegen Überverfeinerung und Rückkehr […]

Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie – Karl Marx

Für Deutschland ist die Kritik der Religion im wesentlichen beendigt, und die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik. Die profane Existenz des Irrtums ist kompromittiert, nachdem seine himmlische oratio pro aris et focis [Gebet für Altar und Haushalt] widerlegt ist. Der Mensch, der in der phantastischen Wirklichkeit des Himmels, wo er einen Übermenschen […]

Zum ewigen Frieden – Immanuel Kant

1. »Es soll kein Friedensschluß für einen solchen gelten, der mit dem geheimen Vorbehalt des Stoffs zu einem künftigen Kriege gemacht worden.« Denn alsdenn wäre er ja ein bloßer Waffenstillstand, Aufschub der Feindseligkeiten, nicht Friede, der das Ende aller Hostilitäten bedeutet, und dem das Beiwort ewig anzuhängen ein schon verdächtiger Pleonasm ist. Die vorhandene, obgleich […]

Vorträge zu Themen der Kunst – Hermann von Helmholtz

Hochgeehrte Versammlung! In der Vaterstadt Beethoven’s, des gewaltigsten unter den Heroen der Tonkunst, schien mir zur Besprechung in einem größeren Kreis kein Gegenstand geeigneter als die Musik. Ich will daher, der Richtung folgend, die meine Arbeiten in der letzten Zeit genommen haben, versuchen, Ihnen auseinanderzusetzen, was Physik und Physiologie über die geliebteste Kunst des Rheinlandes, […]

Von der Wissenschaft des Nichtwissens – Nicolaus von Cues-1

Als Gabe Gottes liegt in allen Dingen, wie wir sehen, ein natürliches Verlangen, auf eine bessere Weise zu existieren, wie es ihr natürlicher Zustand zuläßt. Für dieses Ziel sind besonders diejenigen Wesen thätig und mit den geeigneten Hülfsmitteln versehen, denen der Verstand angeboren ist, entsprechend dem Zwecke des Erkennens, auf daß jenes Verlangen nicht ein […]

Von der Wissenschaft des Nichtwissens – Nicolaus von Cues

Als Gabe Gottes liegt in allen Dingen, wie wir sehen, ein natürliches Verlangen, auf eine bessere Weise zu existieren, wie es ihr natürlicher Zustand zuläßt. Für dieses Ziel sind besonders diejenigen Wesen thätig und mit den geeigneten Hülfsmitteln versehen, denen der Verstand angeboren ist, entsprechend dem Zwecke des Erkennens, auf daß jenes Verlangen nicht ein […]

Von der Ursache, dem Princip und dem Einen – Giordano Bruno

an die Prinzipien des Universums Der du im flutenden Meer noch weilst an der Grenze des Orcus, Titan, steige empor, fleh‘ ich, zum Sternengefild! Wandelnde Sterne, o seht den Kreislauf mich auch betreten, Jenem gesellt, wenn ihr frei nur eröffnet die Bahn. Gönne mir euere Huld, dass des Schlafes doppelte Pforte Weit aufstehe, wenn ich […]

Vom glückseligen Leben – Lucius Annaeus Seneca

(1.) Glückselig zu leben, mein Bruder Gallio, wünschen Alle, aber um zu durchschauen, was es sei, wodurch ein glückseliges Leben bewirkt werde, dazu sind sie zu blödsichtig. Und zu einem glückseligen Leben zu gelangen ist eine so gar nicht leichte Sache, daß Jeder sich um so weiter davon entfernt, je rascher er darauf losgeht, wenn […]

Übers Erkennen und Empfinden -Johann Gottfried Herder

I. Entwickelung der ursprünglichen Bestimmung der beiden Fähigkeiten der menschlichen Seele, zu erkennen und zu empfinden, und die allgemeinen Gesetze, denen sie folgen Erkennen und Empfinden scheinet für uns vermischte, zusammengesetzte Wesen in der Entfernung zweierlei; forschen wir aber näher, so läßt sich in unserm Zustande die Natur des einen ohne die Natur des andern […]

Übers Erkennen und Empfinden – Johann Gottfried Herder

Erkennen und Empfinden scheinet für uns vermischte, zusammengesetzte Wesen in der Entfernung zweierlei; forschen wir aber näher, so läßt sich in unserm Zustande die Natur des einen ohne die Natur des andern nicht völlig begreifen. Sie müssen also vieles gemein haben oder am Ende gar einerlei sein. 1. Kein Erkennen ist ohne Empfindung, d.i. ohne […]

Über Pädagogik – Immanuel Kant

Nach einer älteren Verordnung, mußte ehedessen fortwährend auf der Universität Königsberg, und zwar abwechselnd jedes Mahl, von einem Professor der Philosophie, den Studirenden die Pädagogik vorgetragen werden. So traf denn zuweilen auch die Reihe dieser Vorlesungen den Herrn Professor Kant, welcher dabey das von seinem ehemaligen Collegen, dem Consistorialrath D. Bock herausgegebene Le h r […]

Über die Religion – Friedrich Schleiermacher

Es mag ein unerwartetes Unternehmen sein, und Ihr mögt Euch billig darüber wundern, daß jemand gerade von denen, welche sich über das Gemeine erhoben haben, und von der Weisheit des Jahrhunderts durchdrungen sind, Gehör verlangen kann für einen, von ihnen so ganz vernachlässigten Gegenstand. Ich bekenne, daß ich nichts anzugeben weiß, was mir einen glücklichen […]

Über die ästhetische Erziehung des Menschen – Friedrich von Schiller

Sie wollen mir also vergönnen, Ihnen die Resultate meiner Untersuchungen über das Schöne und die Kunst in einer Reihe von Briefen vorzulegen. Lebhaft empfinde ich das Gewicht, aber auch den Reiz und die Würde dieser Unternehmung. Ich werde von einem Gegenstande sprechen, der mit dem besten Theil unserer Glückseligkeit in einer unmittelbaren und mit dem […]

Trostschriften – Lucius Annaeus Seneca

(1.) Wenn ich nicht wüßte, Marcia, daß du von der Schwäche eines weibischen Gemüthes eben so weit entfernt bist, als von den übrigen Fehlern, und daß man in deinem Charakter gleichsam ein Musterbild alter Zeit erblickt: so würde ich es nicht wagen deinem Schmerze entgegen zu treten, dem selbst Männer gern nachhängen und beharrlich fröhnen, […]

Skepsis und Mystik – Gustav Landauer

Alles Gegenwärtige ist mir nur der Stiel, an dem ich Vorzeit und Zukunft anfasse. Die unendlich tiefen, vollen und unsichtbaren Gefäße … Glücklich bin ich nicht, das ist Menschenwerk, unglücklich bin ich nicht, das ist auch Menschenwerk; ich bin alles, das ist Gotteswerk. Nichts ist einsam in der Welt, und alles kommt sich entgegen. Das […]

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