Kategorie: Philosophie

Schriften – Friedrich Schiller

Schon mehrere Philosophen haben behauptet, daß der Körper gleichsam der Kerker des Geistes sei, daß er solchen allzusehr an das Irdische hefte und seinen sogenannten Flug zur Vollkommenheit hemme. Wiederum ist von manchem Philosophen mehr oder weniger bestimmt die Meinung gehegt worden, daß Wissenschaft und Tugend nicht sowohl Zweck als Mittel zur Glückseligkeit seien, daß […]

Sätze aus der höheren Welt- und Menschenkunde – Francois de la Rochefoucauld

Die berühmte und berüchtigte kleine Schrift des Herzogs de La Rochefoucauld: Pensées, Maximes et Reflexions morales – hat seit ihrer ersten Erscheinung in Frankreich mehr wiederholte Ausgaben erlebt, als bey uns das gesuchteste Kompendium der Moral, und wird noch jetzt, wie bey uns Buchstabierbücher für Kinder, in Paris alljährlich in mancherley Format für Männer aufgelegt. […]

Rameaus Neffe – Denis Diderot

Ob die Sonne scheint oder gewitterschwangere Wolken am Himmel stehen – nichts hält mich ab, regelmäßig um fünf Uhr nachmittags den Park des Palais Royal aufzusuchen. Der Träumer, den man zu dieser Stunde auf der Bank d’Argenson allein vor sich hin brüten sieht, der bin ich: Da sinne ich allen möglichen Problemen nach – sei […]

Psychologische Beobachtungen – Paul Rée

Sentenzen sind Gedankenextrakt, den sich jeder nach seinem Geschmack verlängern kann. Eine solche Schreibweise ist zu empfehlen. Zunächst nämlich ist es nicht ganz leicht, in kurzer, prägnanter Weise eine rechte Dummheit zu sagen. Denn hinter wenigen Worten kann sie sich nicht so gut verstecken, wie hinter vielen. Außerdem macht der große Umfang der Literatur eine […]

Philosophie des Geldes – Georg Simmel

Jede Forschungsprovinz hat zwei Grenzen, an denen die Denkbewegung aus der exakten in die philosophische Form übergeht. Die Voraussetzungen des Erkennens überhaupt, wie die Axiome jedes Sondergebietes verlegen ihre Darstellung und Prüfung aus diesem letzteren hinaus in eine prinzipiellere Wissenschaft, deren im Unendlichen liegendes Ziel ist: voraussetzungslos zu denken — ein Ziel, das die Einzelwissenschaften […]

Phänomenologie des Geistes – Georg Hegel

Eine Erklärung, wie sie einer Schrift in einer Vorrede nach der Gewohnheit vorausgeschickt wird – über den Zweck, den der Verfasser sich in ihr vorgesetzt, sowie über die Veranlassungen und das Verhältnis, worin er sie zu anderen früheren oder gleichzeitigen Behandlungen desselben Gegenstandes zu stehen glaubt –, scheint bei einer philosophischen Schrift nicht nur überflüssig, […]

Persische Briefe – Charles Montesquieu

In den »Betrachtungen über die Ursachen der Größe der Römer und deren Verfall« besitzt die Universal-Bibliothek bereits eine von Montesquieus Schriften{1}. Der Herausgeber, mein Freund Robert Habs, erwähnt in seiner biographischen Einleitung zu dem genannten Buche, auf welche ich die Leser des vorliegenden Werkes verweisen muß, daß er eine Übersetzung der »Persischen Briefe« für die […]

Novalis als Philosoph – Egon Friedell

Friedrich von Hardenberg, der als Künstler Novalis hieß, darf als einer der allercharakteristischesten Repräsentanten seiner Zeit gelten. Seine Philosophie tritt erst in ihre volle Beleuchtung, wenn sie als der Extrakt und Type ihres Zeitalters verstanden wird. Wir müssen daher zunächst versuchen, uns diese Periode in ihren allgemeinsten historischen Zügen kurz zu vergegenwärtigen. 1. DIE POLITISCHEN […]

Morgenröte – Friedrich Nietzsche

In diesem Buche findet man einen» Unterirdischen «an der Arbeit, einen Bohrenden, Grabenden, Untergrabenden. Man sieht ihn, vorausgesetzt, dass man Augen für solche Arbeit der Tiefe hat — , wie er langsam, besonnen, mit sanfter Unerbittlichkeit vorwärts kommt, ohne dass die Noth sich allzusehr verriethe, welche jede lange Entbehrung von Licht und Luft mit sich […]

Lohnarbeit und Kapital – Karl Marx

Friedrich Engels‘ Einleitung zu Karl Marx‘ «Lohnarbeit und Kapital», (Ausgabe 1891). Die nachfolgende Arbeit erschien als eine Reihe von Leitartikeln in der «Neuen Rheinischen Zeitung» vom 5. April 1849 an. Ihr liegen zugrunde die Vorträge, die Marx 1847 im Brüsseler deutschen Arbeiterverein gehalten. Sie ist imAbdruck Fragment geblieben; das in Nr. 269 am Schluß stehende […]

Lohn, Preis und Profit – Karl Marx

Bürger Westons Beweisführung beruhte wesentlich auf zwei Voraussetzungen: 1. daß der Betrag der nationalen Produktion ein unveränderliches Ding ist oder, wie die Mathematiker sagen würden, eine konstante Menge oder Größe; 2. daß der Betrag des Reallohns, d.h. des Lohns, gemessen durch das Warenquantum, das mit ihm gekauft werden kann, ein unveränderlicher Betrag, eine konstante Größe […]

Lob der Torheit – Desiderius Erasmus

Das Lob der Torheit hat sich Erasmus zurechtgelegt, als er sich im Sommer 1509 von Italien wieder nordwärts wandte. Während ihn sein Pferd langsam über den Splügen und das Rheintal hinunter trug, fand sein unermüdlicher Geist in der Stille des Gebirges Muße und Sammlung, wie sie ihm in Italien nie beschieden gewesen war, und gern […]

Kritische Gesamtausgabe – Friedrich Nietzsche

Die griechische Tragoedie ist anders zu Grunde gegangen als sämmtliche ältere schwesterlichen Kunstgattungen; sie starb durch Selbstmord, in Folge eines unlösbaren Confliktes, also tragisch, während jene alle in hohem Alter des schönsten und ruhigsten Todes verblichen sind. Wenn es nämlich einem glücklichen Naturzustande gemäss ist, mit schöner Nachkommenschaft und ohne Krampf vom Leben zu scheiden, […]

Kritik des Gothaer Programms – Karl Marx

Das hier abgedruckte Manuskript – der Begleitbrief an Bracke sowohl wie die Kritik des Programmentwurfs – wurde 1875 kurz vor dem Gothaer Einigungskongreß an Bracke zur Mitteilung an Geib, Auer, Bebel und Liebknecht und spätern Rücksendung an Marx abgesandt. Da der Haller Parteitag die Diskussion des Gothaer Programms auf die Tagesordnung der Partei gesetzt hat, […]

Kritik der Urteilskraft – Immanuel Kant

Man kann das Vermögen der Erkenntnis aus Prinzipien a priori die reine Vernunft , und die Untersuchung der Möglichkeit und Grenzen derselben überhaupt die Kritik der reinen Vernunft nennen: ob man gleich unter diesem Vermögen nur die Vernunft in ihrem theoretischen Gebrauche versteht, wie es auch in dem ersten Werke unter jener Benennung geschehen ist, […]

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