Schlagwort: Franz Grillparzer

Der arme Spielmann – Franz Grillparzer

In Wien ist der Sonntag nach dem Vollmonde im Monat Juli jedes Jahres samt dem darauffolgenden Tage ein eigentliches Volksfest, wenn je ein Fest diesen Namen verdient hat. Das Volk besucht es und gibt es selbst; und wenn Vornehmere dabei erscheinen, so können sie es nur in ihrer Eigenschaft als Glieder des Volks. Da ist […]

Das Kloster bei Sendomir – Franz Grillparzer

Die Strahlen der untergehenden Sonne vergoldeten die Abhänge eines der reizendsten Täler der Woiwodschaft Sendomir. Wie zum Scheidekuß ruhten sie auf den Mauern des an der Ostseite fensterreich und wohnlich prangenden Klosters, als eben zwei Reiter, von wenigen Dienern begleitet, den Saum der gegenüberliegenden Hügelkette erreichten, und, von der Vesperglocke gemahnt, nach kurzem, betrachtendem Verweilen, […]

Selbstbiographie – Franz Grillparzer

Die Akademie fordert mich (nunmehr zum drittenmale) auf, ihr meine Lebensumstände zum Behufe ihres Almanachs mitzuteilen. Ich will es versuchen, nur fürchte ich, wenn sich das Interesse daran einstellen sollte, zu weitläuftig zu werden. Man kann ja aber später auch abkürzen. Ich bin zu Wien am 15 Jänner 1791 geboren. Mein Vater war Advokat, ein […]

Reisetagebücher – Franz Grillparzer

Am 21. August abends um halb zehn Uhr von Wien abgereist. Mit traurigem Gemüt. Vorzüglich angeregt durch die unwillkürliche Vergleichung des gegenwärtigen Zustandes mit jenem, in dem ich Wien vor sieben Jahren zur Reise nach Italien verließ. Damals voll Hoffnung und Blüte, »im Uebermut des Wagens und der That« – jetzt beinah verwelkt und kleinlaut. […]

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