Schlagwort: Olaf K. Abelsen

Die Oase der Toten – Olaf K. Abelsen

Der dumpfe Schrei, der durch die schweigende Nacht der Wüste wie ein Peitschenhieb mein ahnungsloses Ohr erreichte, war der schreckhaft verzerrte Name, den mir Sussik, phantasievoll wie all diese Nomaden der Einsamkeit der Libyschen Wüste, in kritikloser Überschätzung meiner weltabgewandten Person in letzter Zeit zugelegt hatte. Der Schrei war so eigentümlich verzerrt und brach so […]

Die Herrin der Unterwelt – Olaf K. Abelsen

Wollte man meines – na, ich will schon sagen „Freundes“ Gabara Charakter zerlegen, so müßte man dazu mit dem Seziermesser sehr in die Tiefe gehen. Sein verwittertes Nomadengesicht, seine großen strahlenden jugendlichen Augen, die hohe Stirn, der strenge Mund mit den etwas nach unten gezogenen Wulstlippen lassen keinerlei Schluß auf seine Seelenmerkmale zu, es sei […]

Der Traum der Wildnis – Olaf K. Abelsen

In Goldy Lake City (klingt großartig, hatte damals aber nur sechzig Einwohner, vor einem Jahr sogar nur ein Dutzend) als der zu leben, der ich bin, wäre wenig ratsam gewesen. Es blieb also bei Oskar 1 Smith, einstigem Koch eines einstigen Walfängers, und da diejenigen, die mein Inkognito hätten lüften können, sämtlich bis auf den […]

Der Sprung ins Nichts – Olaf K. Abelsen

„Du vergißt bei alledem eins, lieber Jörn“, sagte ich eines Abends zu meinem blonden, riesigen Gefährten, der mit mir und Bully zusammen am Kaminfeuer der Blockhütte sich wärmte. „Du als Sohn des Volkes der blonden Eskimos hast dir durch ein paar Bücher die Sehnsucht nach den Kulturstätten der Menschheit angelesen und möchtest um jeden Preis […]

Der Geiser der Träume – Olaf K. Abelsen

Das Felsennest, in dem Jörn Haskielt und ich damals in den Horn-Bergen als Gäste des uralten Sioux-Häuptlings wohnten, wurde in jener stillen Nacht des nahenden Herbstes Schauplatz meiner tiefsten Demütigung. Wen Kain da in der jäh herabsinkenden Finsternis der Wohngrotte, in der ich schreibend noch verweilt, angesprungen hatte, konnte ich nicht im entferntesten ahnen. Fremde […]

Das Bergwerk der Abgeschiedenen – Olaf K. Abelsen

Mr. Black hat seine eigenen Anschauungen über Menschen und Dinge. Er ist der ödeste Materialist, den ich kenne, und das geringe Quantum Zärtlichkeit, das er für meine Person sich abquält, entspringt wohl mehr dem Gefühl jenes Anlehnungsbedürfnisses, das zwei Geschöpfe, die auf einer Klippe mitten im großen Golf von Mexiko hausen, trotz aller Verschiedenheiten von […]

Chi api, der Tote – Olaf K. Abelsen

Nachdem Herrschel den neuen Planeten entdeckt, und durch diese Entdekung unter den Astronomen Europens, eine allgemeine Thätigkeit veranlaßt hatte, ihn zu beobachten und durch die tiefsinnigsten Rechnungen, seine Größe, seine Entfernung und seinen Lauf zu bestimmen; so ward von ihnen auch die Behauptung, als ein sichres Resultat ihrer Bemühungen festgesetzt, daß man im Uranus nicht […]

50 – Erstarrte Tränen – Olaf K. Abelsen

Wenn all die Tränen, die durch die Ruchlosigkeit der Menschen armen, schuldlosen Wesen je über die verhärmten Wangen flossen, wirklich zu glasklaren Edelsteinen erstarren sollten, die dann beim großen Weltgericht in die Wagschale der Übeltäter gelegt würden, damit diese Wagschale tief herabsinke und die Schuldigen erdrücke, würde bei dieser allerletzten Abrechnung über Gut und Böse […]

49 – Die Wunderinsel im Tsad-See – Olaf K. Abelsen

Über der Nordsee lagerten leichte Nebel, von denen auch die auf der Insel Walcheren gelegene Hafenstadt Vlissingen eine Mütze voll zu spüren bekam. Es war eine Nacht zu Anfang des Monats August, aber die empfindliche Kühle erinnerte mehr an den Oktober, und der alte holländische Seeheld de Ruyter, der da in Bronze gegossen auf dem […]

48 – Die Frau vom Leuchtturm – Olaf K. Abelsen

Der eiserne Motorschoner „Danmarket“, dessen Phantasiename keinen Rückschluß auf die Nationalität des Schiffes zuließ, fuhr mit halber Kraft durch den dicken zähen Sommernebel. Ein Mann im Ölmantel, der bis dahin ruhelos zwischen den beiden Masten auf und ab gegangen war, unterbrach jählings seine Wanderung, als von vorn fast gleichzeitig mit dem Splittern von Holz ein […]

47 – Die Spur ins Jenseits – Olaf K. Abelsen

Die zackigen Felsen warfen tiefschwarze Mondschatten … Diese Schattenbilder auf dem hellen Geröll und Wüstensand waren von wunderlichster Form und regten die Einbildungskraft an, ihre Figuren zu Fabelwesen umzudeuten. Die wenigen Palmen drüben neben dem Wasserloch verneigten sich im Nachtwinde wie aus Ehrfurcht vor den weißgelblichen Gebeinen, von denen die Zisterne wie von einem schauerlichen […]

46 – Die Stadt der Verbannten – Olaf K. Abelsen

Der weißbärtige Kaid mit dem niederträchtig spöttischen Gaunergesicht blinzelte mich in scheinbarem Nichtverstehen fragend an. „Deine Worte, Herr, sind wie die Schafe, die die Drehkrankheit haben. Sprich deutlicher.“ Er streichelte seinen Bart und deutete mit der anderen Hand, die einen Tschibuk hielt, durch die offene Tür nach draußen, wo an den Nordabhängen des Tales auf […]

42 – Das Grab der Namenlosen – Olaf K. Abelsen

Das mächtige Tier, das da unten zwischen den Klippen und Riffen und Steinblöcken des Buchtstrandes im lauen Sonnenschein sich ruhelos hin und her schob, als ob es die drohende Gefahr unklar witterte, machte nun in seinen schwerfälligen Bewegungen sekundenlang halt und drehte den rüsselbewehrten Kopf nach der Landseite zu und schien auch den Büchsenlauf erspäht […]

41 – Das Erbe von Monte-Christo – Olaf K. Abelsen

Aus den grauen, kühlen Dunstmassen, die wie festgeklebt über dem kahlen, steinigen Hochplateau lagerten, erklang von Süden her ein Heulen und Kläffen und schrilles Winseln, als ob von dort ein Heerbann verdammter Seelen, dem Fegefeuer entstiegen, in Anmarsch wäre. Der Mann, der da soeben in rasendem Lauf mit keuchender Brust und fliegenden Pulsen einen Augenblick […]

40 – Im Niemandsland – Olaf K. Abelsen

Niemandsland … Aus dem Schoße des Meeres geboren … Hervorgestoßen durch die glühenden Fäuste der flammenden Titanen, die unter der Erdrinde ihr enges Reich mit den Feuern vulkanischer Eruptionen zu erweitern suchen … Niemandsland, Meeresboden, angeflickt wie eine Wüstenei an die Gestade von Santa Renata. Santa Renata?! … Insel … Westlichste, nördlichste der Galapagos-Gruppe … […]

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